FC St. Pauli: Neuer Kiez-Kicker-Film mit Super-Star Mario Adorf

Mario Adorf, Super-Star ohne Allüren - ARD
Mario Adorf, Super-Star ohne Allüren - ARD
Freude bei den Fans der Kiez-Kicker: Mario Adorf und andere bekannte Schauspieler drehen zurzeit in Hamburg einen neuen Film - sein Thema: FC St. Pauli.

Seit der FC St. Pauli wieder in die erste Bundesliga aufgestiegen ist, steht Hamburg Kopf. Jetzt kommt die Kultmannschaft vom Kiez bald auf die Leinwand, erstmals wird ein Kinofilm gedreht mit dieser Fußballmannschaft als Thema. Titel: "Gegengerade – niemand siegt am Millerntor". Start: 2011.

"Millerntor"-Fans wird die Story begeistern

Das Drama um die Kult-Elf dürfte sich zum Publikumsrenner entwickeln. Bekannte Schauspieler haben darin Rollen übernommen: Claude-Oliver Rudolph, Ben Becker, Ralf Richter – und Mario Adorf, Grandseigneur des internationalen Films und ein wirklicher Welt-Star. Seine Filme werden Highlights, sicher auch dieser. Ob er allerdings in dem St. Pauli-Film einen windigen Geschäftsmann darstellt, einen verzweifelten Kaufmann oder einen umtriebigen Präsidenten, wird noch nicht verraten. Klar ist aber schon jetzt, dass es auf der Leinwand heiß hergehen und die St. Pauli-Fans begeistern wird.

Mario Adorf haben immer extreme Typen fasziniert – wie die in Schlöndorffs "Blechtrommel"

Mario Adorf ist einer der ganz wenigen deutschen Schauspieler, die eine Riesenkarriere hingelegt, sich aber niemals auf ein spezielles Fach eingelassen haben. Unterschiedliche Facetten bereichern seine Arbeit. Es sind die außergewöhnlichen Rollen, die ihn faszinieren und den Film wertvoll machen. Sei es in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" oder "Die Blechtrommel", einer der wenigen deutschen Produktionen, die je einen Oscar ("Bester fremdsprachiger Film") gewonnen haben.

In der Eifel aufgewachsen, geht es zum Studium nach Mainz, Zürich und München

So richtig in Gang kommt seine Karriere erst, als er ergraut. Der gutaussehende Metropolit mit einer elsässischen Mutter und einem italienischen Vater wächst in der Eifel auf, studiert erst in Mainz Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaften, ehe er nach Zürich wechselt. Dort jobbt er nebenbei zunächst noch als Statist und Regieassistent, hängt seine bisherigen Studien jedoch an den Nagel. Die darstellende Kunst ist sein Metier. In München lässt er sich ausbilden, arbeitet nach dem Abschluss da ein paar Jahre am Theater.

Münchner Schicki-Micki-Serie "Kir Royal" wird gerade in 3sat wiederholt

Schnell wird die Szene auf Mario Adorf aufmerksam. Man engagiert ihn immer öfter, sein Talent macht ihn bekannt, die Liste seiner Erfolge verlängert sich kontinuierlich. Oft sind es sozialkritische Themen, in denen er fasziniert. Die Kultserie "Kir Royal", beispielsweise, die zurzeit bei 3sat wiederholt wird und eine oberflächliche Gesellschaft widerspiegelt, die aus Heuchelei, Missgunst und Langeweile besteht. Als sie erstmals auf dem Bildschirm läuft, ist sie ein Quotenrenner.

"Der letzte Patriarch", dass Geburtstagsgeschenk zum 80.

Jetzt, im Alter, nimmt Mario Adorf längst auch Rollen als standfeste, erfindungsreiche Seniorenchefs an, die sich um ihr Lebenswerk sorgen. "Der große Bellheim" ist so eine Figur und gehört zu seinen größten TV-Hits.

Wenn er am 3. September 2010 seinen achtzigsten Geburtstag feiert – dann dürfen seine Fans mitfeiern. Als "Der letzte Patriarch" kommt er auf den Bildschirm., Ein Zweiteiler, in dem er wieder einmal mit seiner Aura als engagierter Inhaber einer Marzipanfabrik fasziniert und in seiner Rolle auf Grund der schweren Finanznot um die Arbeitslosigkeit seiner Belegschaft und den Firmenruin fürchtet. Gedreht wurde die Story im vergangenen Jahr in der "Marzipanstadt" Lübeck.

Ehrenbürger von Mayen, Ehrenmitglied vom FC Alemannia Aachen, Ordenträger "Wider den tierischen Ernst"

Gern arbeitet Mario Adorf in Norddeutschland, sprich Hamburg, wo er unauffällig und wie ein ganz normaler Geschäftsmann seine freien Stunden verbringt. Sich aufzuplustern und feiern zu lassen, nein, das ist nicht sein Ding.

Stattdessen ist er bodenständig geblieben – und seiner Heimatregion ein bisschen treu. Die Kleinstadt Mayen hat ihn zum Ehrenbürger ernannt und ihm die Schirmherrschaft der dortigen Festspiele angetragen. Beides hat er angenommen ebenso wie die Ehrenmitgliedschaft des Zweiligisten Alemannia Aachen, sogar Träger des Orden "Wider den tierischen Ernst" ist er heute.

Ein Herz für Kinder – beruflich wie privat

Zu den wesentlichen Charakterstärken zählen sein großes Herz für Kinder. Er, der selbst Vater einer erwachsenen Tochter aus erster Ehe ist, hat diese Facette gern bei der Berücksichtigung seiner Angebote miteinfließen lassen. In Filmrollen (z.B. "Der kleine Lord", "Pinocchio") wie Fernsehserien (z.B. "Prinzessin Fataghiro", "Mino") durchscheint seine – dargestellte – sensible weiche Schale rasch durch den harten Kern. Meist liebt man den Senior dann spätestens auf den zweiten Blick.

In der realen Gesellschaft ist das anders. Die Society liebt ihn, man umgibt sich gern mit seiner Anwesenheit, lädt ihn ein zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen. Geht es um Belange, die ihn umsorgen, darf man auf seinen Beistand hoffen.

"La Paloma" – gesungen wie ein echter Seebär

Wie bei der Burda-Unicef Gala, die auf die Not afrikanischer Kinder aufmerksam machen wollte und kurz vor der Eröffnung der Fußball-WM 2010 stattfand. Wie ein echter Seebär schmetterte Mario Adolf, der Maître des gehobenen Schauspielfachs, das schön-schaurige Hans-Albers-Lied "La Paloma", was für eine ungeheure Theatralik!

Im Kurzfilm setzt sich der Schauspieler für das Walfanggebot ein

Tierliebe ist bei ihm ehrlich und vorhanden. Jüngstes Beispiel: In einem Kurzfilm spricht er von dem furchtbaren Schicksal der schutzbedürftigen Wale, um die TeilnehmerInnen der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juni 2010 in Marokko aufzurütteln mit der Bitte, das Walfangverbot weiter aufrecht zu erhalten.

Wird das was nutzen? Schön wäre es, denn trotz seiner geringen Freizeit engagiert sich Mario Adorf immer und immer wieder aufs Neue.

Ach ja, ...und dann unterstützt er noch das Deutsche Filmmuseum mit seiner Plakataktion!

War’s das?

Nein, noch lange nicht. Die Hilfestellung durch ihn ist lang. Noch ein Beispiel: Als Jim Rakete, Hamburger Star-Fotograf seit den Siebzigern, bei ihm anfragt, ob er ihn zu Gunsten des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt für eine Plakataktion gewinnen kann, sagt der Schauspieler sofort zu.

Wiebke Hilgers-Weber, Wiebke Hilgers-Weber

Wiebke Hilgers-Weber - Ja, ich liebe meinen Beruf als Journalistin und Autorin sehr. Alles, was mit Menschen zu tun, interessiert mich: Wer sie sind, was sie ...

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